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Nachrichten | Donnerstag, 13. Januar 22

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„Keine Stadt ist so fotogen wie Passau!“, ruft das Plakat. Es ziert den Abriss des Altenheims St.-Johannis-Spital an der Donaulände. (Leserinnenfoto: B. Vitek/ Bürgerblick)
Altenheimabriss

Neue Baulöcher im Passauer Stadtbild

Städtische Altenheime reißen seit Jahrzehnten ein finanzielles Loch in den Haushalt. Eines dieser Draufzahlobjekte ist jetzt zum Loch im Stadtbild geworden.

Der Stadtrat hatte beschlossen, das St.-Johannis-Spital im Neumarkt aufzugeben und den Abriss verfügt. Während das Gebäude auf der Seite zum Rindermarkt, im historischen Teil, in den letzten Jahren entkernt worden ist, wird der donauseitige Wohntrakt komplett abgetragen. Es öffnet sich eine Baulücke, die – wie donauabwärts die private Sanierung am Gasthaus „Zum blauen Block“ – das Stadtbild für längere Zeit beeinträchtigen wird.

Bei der „Verkleidung“ der Baustelle zur Donaulände ist eine unfreiwillige Komik entstanden, wie eine Bürgerblick-Leserin heute entdeckte. „Keine Stadt ist so fotogen wie Passau!“, prangt ein Schriftzug auf dem Werbebanner am Bauzaun, hinter dem sich ein Bild der Zerstörung ausbreitet: zersplittertes Gebälk, aufgerissenes Mauerwerk, loses Gewirr von freigelegten Kabeln und Leitungen.

Als Unterkunft für „betreutes Wohnen“ soll die Einrichtung Ende 2024 wieder öffnen. Acht Monate sind laut einer Pressemitteilung für den Rohbau, zwei Jahre für den Innenausbau veranschlagt. Auf einer Wohnfläche von 2.500 Quadratmetern sollen 24 Wohnungen für Alleinstehende und 22 Wohnungen für Paare entstehen. Mehr als die Hälfte der Wohneinheiten sind rollstuhltauglich. Im Erdgeschoss ist geplant ein Gemeinschaftsraum mit Küche, in den vom Hochwasser gefährdeten Untergeschossen 52 Autostellplätze.

Die Baukosten dürften angesichts der aktuellen Entwicklung bei Weitem den Rahmen sprengen, der 2019 bei geschätzten 15,5 Millionen Euro lag.

hud

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