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Nachrichten | Donnerstag, 19. August 21

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Anti-Scheuer-Show der ÖDP am Hautpbahnhof: mit Double, falschem Schaffner, Bezirksrat Mangold und Direktkandidatin Seitz. (Foto: Ode/ Bürgerblick)
Wahlkampf mit Straßentheater

ÖDP: Spatenstich mit Scheuer-Double

Wie man Medien im Wahlkampf ködert, führt eine kleine konservative Öko-Partei vor.

Die Passauer ÖDP hat nach der „Tempo-130-Demo“ am Autobahnzubringer ein weiteres Wahlkampfschauspiel am Hauptbahnhof inzensiert: Ein Parteimitglied mit Andreas-Scheuer-Maske und ein falscher Schaffner spielten mit. Zwei Stunden vor dem Passauer Auftritt von Kanzlerkandidatin Baerbock führte das Straßentheater - ohne Publikum, aber mit Presse - die Versäumnisse des Verkehrsministers vor.

Es ist das alte Dauerthema: Schienenausbau und Attraktivität von Bahnreisen, konkret die Bahnstrecke Passau-München. Mit solchen mediengerechten Auftritten hebt ÖDP-Bezirksrat Urban Mangold die Popularität der jungen Direktkandidatin, die im Passauer Bundestagswahlkreis gegen Andreas Scheuer antritt: Johanna Seitz, Lehramtsstudentin, 19.

Andreas Scheuer hatte schon vor Jahren von einem zweigleisigen Ausbau der Strecke des sogenannten Donau-Isar-Express gesprochen. „Doch weder als Minister noch zuvor als Staatssekretär hat er seinen Worten Taten folgen lassen. Daran muss man so kurz vor der Wahl schon mal erinnern“, so Seitz. Sie führt das Fünf-Punkte-Bahnprogramm ihrer Partei an:

  • Schnellerer Fernverbindungen: Fahrpläne über Landesgrenzen hinweg absprechen
  • Bahn als Grundversorger: DB zurück in öffentliche Hand
  • Weg vom Geschäftsmodell: Profit darf kein Maßstab sein
  • Keine Angst vor Verspätungen: Tickets flexibler gestalten
  • Digitale Zukunft: Mit nur einer App und einem Ticket von Tür zu Tür

Die ÖDP-Straßentheater dauern nur wenige Minuten und dienen offenbar allein dem Ziel, in den Medien präsent zu sein. Die sogenannte "Tempo-130-Demo" am Autobahnzubringer Passau-Nord war, wie ein ÖDP-Sprecher unsere Darstellung korrigierte, tatsächlich beim Ordnungsamt angemeldet, aber sie hatte keinen publikumswirksamen Charakter. Kaum hatte der PNP-Fotograf die Bilder im Kasten, rückten die Mitwirkenden wieder ab zum nächsten Fotostandort auf einer Autobahnbrücke - und eine Polizeistreife, die kurz darauf die Strecke abfuhr, hielt vermutlich vergebens Ausschau nach den Demonstranten.

Die PNP hat die Anti-Scheuer-Shows so ernst genommen, dass beide Beitrag im Netz nur kostenpflichtig zu lesen sind.

Vincent Ode

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