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Nachrichten | Samstag, 28. November 20

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Ruhe am Residenzplatz. Dom im Nebel, Adventskranz am Marienbrunnen. (Foto: mediendenk)
Bedingte Ausgangssperre

Passau geht hyggelig in stillen ersten Advent

Morgen ist der erste Advent. In Passau beginnt die "stille Zeit“ erstmals nicht nur sprichwörtlich. In der Ausgangssperre entdecken die Menschen ein Lebensgefühl, das die Dänen zur Glücksnation Nummer 1 brachte: Hygge.

„Es ist das Verlassen der eigenen Wohnung nur nach vorliegenden, triftigen Gründen erlaubt“, hat Oberbürgermeister Jürgen Dupper am Freitagmittag in einer Pressekonferenz seinen Bürgerinnen und Bürgern nahegelegt. Die bedingte Ausgangssperre, er nennt sie allgemeine Ausgangsbeschränkung, wird mindesten bis zum Freitag dauern.

Erster Tag der Ausgangssperre. Der Nebel will nicht aufreißen und die Temperaturen bleiben unter dem Gefrierpunkt hängen. Die Spitzen der Domtürme verschluckt die feuchte Himmelswatte. Der Residenzplatz, zwischem fürstlichen Barock und erhabener Gotik der schönste Platz der Altstadt, liegt wie ausgestorben. In seiner Mitte trägt der Marienbrunnen einen mächtigen Adventskranz, ein Dutzend elektrische rote Kerzen leuchten, aber keine Augen spiegeln sich darin. Hie und da schleppt ein vereinzelter Wochenmarktgänger seine Tüten nach Hause.

Lieber frieren als Viren einfangen

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Eiskaltes Lüftungskonzept beim Bäcker. (Foto: mediendenk)
In dicke Steppjacken und Wollmützen gepackt stehen die Maskierten schweigsam und mit großem Abstand an für die letzten Einkäufe vor dem Wochenende. Einkaufen an frischer Luft ist klug in Coronazeiten. Eiskalt ist es auch im Laden einer Bäckersfrau, deren konsequentes Lüftungskonzept die Kundschaft schätzt. Selbst bei Minusgraden bleibt die Eingangstür sperrangelweit offen. Sie kaufen rote Kerzen und Schokoladenkuchen, frisches Tannengrün und eine Flasche Wein, knusprige Brezn und feinen Käse.

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Schnell noch Adventsdeko kaufen. (Foto: mediendenk)
Zuhause gemütlich machen und mit kleinen Annehmlichkeiten zufrieden sein. Die Dänen, das angeblich glücklichste Volk der Welt, kennen eine Begriff dafür: hygge.Wie funktioniert "hygge"? Die Definition liest sich wie eine Gebrauchsanleitung für entspannten Corona-Lockdown: "Es geht darum, den Moment zu genießen und Negatives hinter sich zu lassen; sich und anderen etwas Gutes zu tun, das Leben so angenehm und schön wie möglich zu gestalten." Das Beste in der Pandemie: Hygge funktioniert auch allein. Es hat mit der eigenen Wertschätzung zu tun.

(Während der Reporter diesen Artikel schreibt, schöner Zufall, stellt ihm ein Nachbar eine Flasche selbstgemachten Glühwein aufs Fensterbrett: "Eine kleine Aufmerksamkeit für die lange Nachtarbeit")

Bleiben Sie hyggelig!

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18:09
Mittwoch
20. Januar 2021
 
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KULTUR AM BILDSCHIRM
20.01. | Mittwoch

Gefangenenchor aus Venedig
 
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Bewegendes Neujahrskonzert aus dem Opernhaus von Venedig, "Teatro des Fenice". Mit Verdis "Nationalhymne" aus "Nabucco" ab Minute 44.30. Mehr als 100 Mitwirkende mit Mund-Nasenschutz, auch 12 Sängerinnen und 32 Sänger mit Masken, nur die 19 Musiker der Blasinstrumente sind befreit. Leitung: der britische Maestro Daniel Harding. Auf TV "Arte" abrufbar bis 31. Januar.


07:00 Uhr
OPERNHAUS
Madama Butterfly
 

Giacomo Puccinins weltberühmte Oper erzählt die tragische Liebesgeschichte der Geisha Cho-Cho-San, die vom in Japan stationierten Offizier Pinkerton mit einem Kind sitzengelassen wird. In den Hauptrollen: Yitian Luan als Cio-Cio San und Jeffrey Nardone als Pinkerton.


12:00 Uhr
OPERNHAUS
Die Fledermaus
 
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Hier am Heimkino erleben: Verwechslungskomödie von Johann Strauß um den leichtlebigen Gabriel von Eisenstein und seine untreue Frau Rosalinde. Gilt als Klassiker der Wiener Operettenära und führt eine dekadente Gesellschaft vor.  


13:00 Uhr

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