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Nachrichten | Freitag, 24. Juni 22

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Bischof Stefan Oster und Uni-Altprofessor Guido Pollak posieren mit Unterlagen für den Pressefotografen. (PR-Foto: PNP)
Katholische Kirche

Passauer Bischof beauftragt Uni mit Missbrauchsstudie

Bischof Stefan Oster wird an der Uni Passau eine Forschungsarbeit in Auftrag gegeben, die erheben soll, welche Missbrauchsfälle es durch Geistliche im Passauer Bistum von 1945 bis 2020 gegeben hat.

Erweitert über ähnliche Studien an anderen Bistümern hinaus, soll die Frage geklärt werden, wie die katholische Kirche der Nährboden für solche Straftaten an Minderjährigen werden konnte, welche Strukturen dies begünstigt und ermöglicht haben. Daraus sollen Lehren für die Zukunft gezogen werden.

Oster stellt für diese Langzeitforschung, die in spätestens drei Jahren abgeschlossen sein soll, 610.000 Euro zur Verfügung. 3.500 Personalakten sollen unter anderem erschlossen werden.

„Die Erkenntnisse werden sicher schmerzhaft sein“, schreibt der Bischof in einer heutigen Pressemitteilung. Es werde sichtbar werden, wer Taten gedeckt und ermöglicht hat und welches Leid den Betroffenen zugefügt worden ist. „Aber ich hoffe, es wird für die ganze Kirche von Passau am Ende reinigend sein.“

Die Studie wird am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte unter der Leitung von Professor Hans-Kristof Kraus durchgeführt. Als wissenschaftlicher Leiter ist der seit 2008 in Passau wirkende Geschichtsprofessor Marc von Knorring benannt. Der Vertrag zwischen Bistum, Uni und der siebenköpfigen Aufarbeitungskommission stehe kurz vor der Unterzeichnung, heißt es.

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