Nachrichten | Samstag, 18. September 21

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Mitwirkende der Eröffnung der Kunstschau am Rathausplatz (v.l.): Bürgermeisterin TrägerJohannes Vetter („Ohr“), Isabel Bernheimer, Jan Kuck, Bürgermeister Dickl, Felix Rodewaldt, Kunstreferent Forster. (Foto: Leon Greiner)
Großstadtprojekt nach Kunstentzug

Passauer Nachdenkräume im Neonlicht

Der Neonschriftzug "Time Matters" flammt in der Abenddämmerung am Balkon des Rathausturms auf. Er möchte vielleicht mahnen, dass kostbare Zeit in der Pandemie verloren gegangen ist. Begegnungen und Berührungen fehlten: im Privaten, in der Kunst, im Geschäft. Auf dem Rathausplatz zu Füßen der Neonschrift schimmert ein bronzenes Ohr, fast einen Meter groß. Der Münchner Bildhauer Johannes Vetter, Jahrgang 1979, will uns mit seiner Skulptur vor Augen führen, wieder mehr hinzuhören.

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Isabel Bernheimer kam persönlich zur Eröffnung. (Foto_ Leon Greiner)
Mit Lichtinstallationen und Kunst im öffentlichen Raum wird die Provinzmetropole Passau neben den drei größten bayerischen Städten München, Nürnberg und Augsburg Schauplatz der Aktion „Designwalk.Art“.

Die Berliner Galeristin Isabel Bernheimer, Spross der Münchner Kunsthändlerdynastie, hat das Projekt ins Leben gerufen, zusammen mit dem Bayerischen Wirtschaftsministerium und dem Künstler Jan Kuck umgesetzt. Es soll die pandemiegeschädigten Innenstädte wiederbeleben. Passau zeigt sich zwar längst wieder putzmunter, aber für schöngeistige Anregungen kann es nie genug Platz geben. „Denkanstösse für die Laufkundschaft“, überschrieb die Süddeutsche die Münchner Premiere.

Der Kunstspaziergang kennt in Passau weitere Stationen: Felix Rodewaldt lässt uns am Rindermarkt innehalten, dort hat er das vom Rathaus für die Sanierung entmietete Altenheim St. Johannisspital zum Schauobjekt verwandelt. Er schafft Bilder mit Klebeband, hat sich die gotischen Fenster vorgenommen.

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Uniwiese: Neonschrift von Jan Kuck (Fot: Leon Greiner)
Im Universitätsviertel wird die Innwiese am Nikolakloster zur Freifluftgalerie und zum Nachdenkraum: Robert Ekart lädt mit seinen Sitzen aus Schaumstoff und Silikon zum Verweilen ein, Kucks Neoninstallation fragt, ob wir vielleicht auf dem Holzweg sind: „What if we are asking the wrong questions?“ Gute Frage kurz vor einer Weichenstellung, einer Bundestagswahl.

An diesem Samstag, 18. September, beginnt die Schau. Bis zu ihrem Abbau am 31. Oktober wird es zu den Kunstwerken auf der Uniwiese spezielle Veranstaltungen geben.

Hier alle Infos.

 

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