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Nachrichten | Montag, 11. Oktober 21

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Am Nachmittag hat Altverlegerin Angelika Diekmann das Podium mit Sebastian Kurz und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble abgesagt. (Quelle: PNP, Foto: Bundestagspresse)
Medien und Politik

PNP lädt Sebastian Kurz aus und stellt weiteres Gratisblatt ein

Die CSU wie die CSU-nahe „Passauer Neue Presse“ (PNP) haben Sebastian Kurz als Vorzeigekanzler hofiert. Er wurde als Vorbild genommen, wie frisch und jung konservative Politik sei kann.

Mit einer knappen Meldung wird heute von der PNP kundgetan, dass die geplante Auftaktveranstaltung „Menschen in Europa“ eine Fehlbesetzung war. "Bedauerlicherweise müssen wir den Termin aufgrund der jüngsten Ereignisse ersatzlos ausfallen lassen", wird Altverlegerin Angelika Diekmann, Initiatorin der Veranstaltungsreihe, zitiert. Auf dem Podium sollten zum 25-jährigen Jubiläum der Veranstaltung Kanzler Kurz (ÖVP) und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) sitzen. „Viele Krisen – wenig Europa“, wäre das Thema des Abends am 19. Oktober gewesen. Dass beide Figuren mit Krisen im eigenen Haus - hier die CSU-Niederlage, dort der Korruptionsskandal  - zu kämpfen haben, war nicht abzusehen.

Die große österreichische Gratiszeitung „Österreich“ hatte Gefälligkeitsberichte für Kurz und seine Partei gedruckt, auf der anderen Seite floss Geld, Inserate. Hier zum Bericht des BR.

Gratisblätter, 100-prozentig abhängig von den Anzeigen, sind systembedingt am anfälligsten für solche Schmierengeschäfte, die aufrechten Journalismus vorgaukeln, in Wahrheit in den Schmutz ziehen.

Die zweite Nachricht, passend zum Thema, kommt aus Regensburg: Dort hat die PNP-Verlegerfamilie Diekmann das Gratisblatt „Regensburger Woche“- ähnlich wie zuvor das „Passauer Wochenblatt“ –  eingestellt. Kollege Stefan Aigner von „Regensburg digital“ berichtet darüber. Die PNP hatte ihr Monopol zuletzt mit dem Lauf der "Mittelbayerischen Zeitung erweitert, hier unser Bericht.

Anzeigenblätter sind ein Auslaufmodell. Die Verleger haben diese Goldesel in den 1980er Jahren gezüchtet und letztendlich damit ihre Kaufzeitungen kannibalisiert. Es war nie ein  aufrechter Journalismus möglich, denn es herrscht in den Redaktionen der Anzeigenblätter die ungeschriebene Vorgabe: Vergraule niemals einen Werbekunden.

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