Nachrichten | Freitag, 16. Oktober 26

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Katharina Schmirl als Kobold Puck. (Foto: Peter Litvai)
Schauspielpremiere

„Sommernachtstraum“ in Passau: Jetzt zeigt die Intendantin ihre Handschrift

Passau/ Landshut/ Straubing - Nach dem turbulenten Auftakt mit „Fantasio“ folgt heute die zweite Premiere der neuen Spielzeit. Diesmal führt Intendantin Astrid Großgasteiger selbst Regie. Shakespeare wird dabei zum Spiel mit Macht, Geschlechterrollen und der Freiheit, ein anderer Mensch zu sein.

Die erste Premiere unter der neuen Theaterleitung hat die Gemüter gespalten. Offenbachs „Fantasio“ begeisterte mit Spielfreude und Akrobatik, manche Zuschauer empfanden den Abend als überdreht. Die Kritiken fielen überwiegend positiv aus. Jetzt folgt im Fürstbischöflichen Opernhaus die erste Schauspielpremiere: Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“. Und erstmals lässt sich erleben, welche Handschrift die neue Intendantin Astrid Großgasteiger selbst als Regisseurin trägt.

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Theater im Theater: Stefan Sieh (Zettel), Benedikt Schulz (Snug) und Katharina Schmirl (Flute). (Foto: Peter Litvai)
Wer nach dem bunten Opernabend das nächste Spektakel erwartet, könnte überrascht werden. Großgasteiger kündigt einen eher reduzierten „Sommernachtstraum“ an, mit Konzentration auf Sprache und Konflikte. Die Ausstattung soll dennoch mystisch und magisch wirken. Im Gespräch mit Dramaturgin Dana Dessau für das Programmheft erklärt sie ihre Stückwahl: „Weil es von einer Nacht erzählt, in der die Ordnung kippt, und dafür ist Theater gemacht.“ Tagsüber bestimmen Väter und Herrscher über andere. Im nächtlichen Wald können die Menschen ausprobieren, wer sie ohne diese Regeln wären. 

Für ihre erste Inszenierung hat Großgasteiger den „Sommernachtstraum“ auch aus einem ganz praktischen Grund gewählt: Das Stück bietet fast dem gesamten Schauspielensemble Gelegenheit, auf der Bühne zu stehen. Es es ein idealer Einstieg, um ihre Schauspieler kennenzulernen und mit ihnen zu arbeiten. Zwölf Mitwirkende übernehmen die Rollen, viele davon gleich mehrere. Mit Ausnahme des Gastes Maximilian Bendl, ein gebürtiger Rosenheimer, gehören alle zum festen Ensemble. 

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Verwirrte Gefühle im Zauberwald: Luca Storn (Lysander) und Amelie Steinweiß (Helena); hinten Katharina Schmirl (Puck) und Friedrich Brückner (Demetrius). (Foto: Peter Litvai)
Worum geht es? Die vier jungen Menschen fliehen in einen Wald, in dem Liebeszauber für heillose Verwirrung sorgen. Hinter der Komödie steckt jedoch eine ernste Frage: Wer darf bestimmen, wen wir lieben und wie wir leben?

Genau hier setzt Großgasteiger an. Im Programmheft beschreibt dei Dramaturgin eine Welt, in der Männer selbst über die Ehen und Körper der Frauen bestimmen. Die Regisseurin dreht deshalb einzelne Situationen um. Wo bei Shakespeare Lysander seiner Hermia körperlich näherkommen will, als sie zulässt, sucht in Passau Hermia die Nähe und Lysander zieht die Grenze. „Dann sieht man, was das Lachen eigentlich trägt: unsere Gewohnheit“, sagt Großgasteiger. Auch die Handwerkertruppe erhält eine Frau, die sich gegen festgelegte Rollenbilder auflehnt. Und die Darsteller wechseln zwischen der Alltagswelt und ihren freieren Gegenbildern im Elfenwald.

Großgasteiger wünscht sich, dass die Zuschauer das Theater „mit ein bisschen Feenstaub auf dem Jackett oder dem Kleid“ verlassen und ihre eigenen Klischees hinterfragen. 

  • Hippolyta / Titania: Antonia Reidel
  • Theseus / Oberon: Joachim Vollrath
  • Puck / Flute: Katharina Schmirl
  • Hermia: Rebekka Ziemer
  • Helena: Amelie Steinweiß
  • Lysander: Luca Storn
  • Demetrius: Friedrich Brückner
  • Zettel: Stefan Sieh
  • Peter Squenz / Erbsenblüte: Maximilian Bendl (Gast)
  • Snout / Spinnweb: Larissa Sophia Farr
  • Snug / Senfsamen: Benedikt Schulz
  • Egeus / Motte: Jochen Decker

Regie: Astrid Großgasteiger. Ausstattung: Hannah Landes. Musik: Katrin Schweiger. Choreografie: Nwarin Gad, der bereits bei „Fantasio“ mitwirkte. Dramaturgie: Dana Dessau.Die Aufführung dauert laut Programm etwa zwei Stunden und 20 Minuten einschließlich einer Pause.

Weitere Vorstellungen am 17., 18., 30. und 31. Oktober, 27. und 28. November sowie 13. und 14. Februar. 

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Freitag
16. Oktober 2026
 
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DONAULÄNDE
Seniorenschiffahrt
 

Schiffsrundfahrt mit Oberbürgermeister Andreas Rother auf der MS Linz. 


13:30 Uhr | frei
OPERNHAUS
Premiere: Shakespeares Sommernachtstraum
 
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Nach der Opernpremiere die zweite Premiere der neuen Intendanz: Mit messerscharfen Dialogen, Situationskomik und fantastischen Elementen erzählt Shakespeares Komödie "Sommernachtstraum" von den irrationalen Kräften der Liebe.


19:30 Uhr | ab 9 Euro
SCHARFRICHTERHAUS
Musikkabarett
 
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Der niederbayerische Liedermacher "Weiherer" steht für schnörkelloses Musikkabarett mit Tiefgang.


20:00 Uhr | ab 26 Euro
REDOUTE
Crime Night
 

Vor stimmungsvoller Kulisse rollt das Format ein reales Verbrechen aus Passau neu auf. Zwei Moderatoren führen das Publikum Schritt für Schritt durch die polizeilichen Ermittlungen. (Termine auch um 15:00/18:00)


20:45 Uhr | ab 26 Euro