Nachrichten | Monday, 11. May 26
Berliner Frühstücksei, Passauer Storch und das Paradoxon der TierliebePassau/ Berlin – Es ist 6.15 Uhr morgens, als das Telefon klingelt. Am anderen Ende ein aufgeregter Freund: Auf dem alten Schlot der ehemaligen Innstadtbrauerei sei ein Storch gelandet. Keine Frage: ein beeindruckendes Bild. Der majestätische Vogel auf dem Industriedenkmal wirkt wie ein gutes Zeichen, ein Lebenszeichen der Natur mitten in der Stadt. Tatsächlich ist er kein völlig neuer Gast: Schon vor zwei Jahren hat er es bei uns im Magazin Nr. 175 auf eine Doppelseite geschafft. Solche Anrufe bekommen wir immer wieder: ein Storch auf dem Kamin, ein Bienenschwarm in der Altstadt, eine Entenmutter mit Küken in der Innstadt auf einem Flachdach, die es nicht allein hinunter zum Fluss schafft. Jedes Mal organisieren Menschen Hilfe, rufen bei Feuerwehr, Naturschutz oder Redaktion an. Und doch bleibt nach dem Auflegen eine beklemmende Frage: Sind das dieselben Menschen, die später ohne jeden Zweifel Entenbraten im Restaurant bestellen oder gegrillte Hühnerschenkel an der Ecke holen? Bedienen nicht auch wir Journalistinnen und Journalisten Geschichten von glänzender Tierliebe – und blenden zugleich eine viel bedrückendere Wirklichkeit aus?
Brandenburgs Eierindustrie "Landkost" am Boden
Zurück zum stolzen Storch auf dem Kamin und den Millionen eingesperrten Hühnern auf Gitterböden: Die Forschung spricht vom „Meat Paradox“, dem Widerspruch zwischen Tierliebe und Fleischkonsum; unser Gehirn lernt, genau diesen Konflikt auszublenden. Wie wir das schaffen, warum wir beim Storch auf dem Kamin weicher werden als beim Huhn in der Kühltheke und warum auch wir Journalistinnen und Journalisten bei der Einordnung versagen – das sprengt hier den Rahmen und wird Lesestoff im Heft.
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Dienstag
12. Mai 2026
PRIVATE PLATTFORMEN12.05. | Tuesday CAFÉ MUSEUM Folk und Americana Duo ![]() Das Duo "Two Crows For Comfort" aus Manitoba, Kanada, besteht aus zwei Musikern an Gesang und Gitarren. Das Programm umfasst Kompositionen von ihren drei Alben, darunter das aktuelle Werk "Next To Me". 20:00 Uhr | 14 Euro
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