Passau - Friedrich Brunner, Vorsitzender des Forum Passau, plädiert dafür, die Hängebrücke möglichst rasch als Einzeldenkmal anerkennen zu lassen.
Das könne neue Zuschüsse für den Erhalt erschließen, ähnlich wie beim Fünferlsteg. „Das ist ein technisches Meisterwerk von 1910. So etwas abzureißen, tut einem im Herzen weh“, sagt er.
Brunner hält es für möglich, die Brücke zu sanieren und zu erhalten. Dass sich die Tragseile nicht austauschen ließen, kann er sich angesichts heutiger Technik kaum vorstellen. Eine Nutzung nur für Fußgänger und Radfahrer wäre für ihn ebenfalls denkbar. Mit dieser Ausnahme: Die Altstadtbuslinie funktioniere mit kleineren Bussen inzwischen gut. Die Haltestelle am Anger sei zwar laut und wenig einladend, doch ließen sich dort Verbesserungen schaffen.
Ein weiterer Vorteil: Würde die Hängebrücke nicht wieder für den allgemeinen Autoverkehr geöffnet, bliebe der Durchgangsverkehr aus der Altstadt heraus. Brunner warnt, eine leistungsfähigere neue Brücke könne den Druck erhöhen, das Linksabbiegeverbot am nördlich Brückenmkopf aufzuheben. Dann drohe erneut Schleichverkehr über den Residenzplatz und durch die Altstadt; als Abkürzung Richtung Österreich oder Innstadt. Die heutige Verkehrsregelung habe sich bewährt und die Altstadt spürbar entlastet.
Das Forum Passau ist ein Verein mit rund 260 Mitgliedern und seit mehr als 50 Jahren aktiv. Es stellt sich immer wieder gegen den Abriss stadtbildprägender Bauwerke und setzt sich für den Schutz der grünen Landschaft ein. Auch gegen Hochwasserschutzprojekte hat sich der Verein erfolgreich gewehrt. Mitglieder verschiedener Parteien und Stadtratsfraktionen gehören dem Forum an. Bei der heutigen Stadtratssitzung wollen zahlreiche Vereinsmitglieder dabei sein.
hud