Nachrichten | Thursday, 02. July 26

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Justiz

Kindesmissbrauch, Hitlergruß, Umweltverbrechen

Prozess gegen Abbruch-König Karl beginnt im Herbst

Der Strafprozess vor dem Landgericht Passau gegen den "Abbruch-König" Günther Karl, 80 Jahre alt, und seinen Mitangeklagten rückt näher.

Das Landgericht hat entschieden, die Anklage nur noch in den aus seiner Sicht wichtigsten Punkten zu verhandeln. Es geht weiterhin unter anderem um den Vorwurf des Betrugs, der Urkundenfälschung und um mehrere mutmaßliche Verstöße gegen Umweltvorschriften. Aus dem Verfahren herausgenommen wurden zunächst drei Bauprojekte: die Papierfabrik in Dachau, ein Grundstück in Höllmannsried sowie die Recyclinganlage in Hengersberg. Die Staatsanwaltschaft muss die Anklage jetzt entsprechend überarbeiten.

Die Ermittlungen laufen seit Ende 2019: Die Betroffenen sollen laut bisheriger Anklage rund 120.000 Tonnen belasteten Bauschutt und Bodenmaterial illegal entsorgt haben; unter anderem vergraben in einer Kiesgrube im Landkreis Passau Getäuschten Auftraggebern entstand dadurch ein Schaden von rund 4,5 Millionen Euro, während sich das Unternehmen etwa in selber Höhe Entsorgungskosten gespart haben soll. Im Dezember 2023 wurde Karl sen. vorübergehend inhaftiert und kam gegen eine Millionenkaution wieder frei.

Eine weitere Entscheidung betrifft ebenso die beiden Angeklagten: Das Gericht sieht keine Fluchtgefahr mehr. Deshalb gab es auch bei der vorläufigen Sicherung des Vermögens Änderungen: Einer der sogenannten Vermögensarreste wurde aufgehoben, eine weiterer auf 2,6 Millionen Euro reduziert. Mit dieser Maßnahme soll Geld oder Eigentum bis zum Abschluss des Verfahrens gesichert werden.

Nach derzeitiger Planung wird die Hauptverhandlung frühestens im Oktober beginnen.

Die Karl-Gruppe hat gerade das Gelände der Eterna-Hemdenfabrik erworben. Die 1966 gegründete Baugesellschaft wird seit Mai 2022 vom 38-jährigen Sohn geführt. Karl sen. hat sich seit jeher auf den Erwerb von Industriebrachen und deren Neuentwicklung konzentriert. Zu den Beteiligungen gehören Bau- und Abbruchfirmen, Textilwerke, eine Papierfabrik in Teisnach, eine Spinnerei in Bayreuth, eine Ventilatorenfabrik in Göttingen, vier Tochtergesellschaften in Berlin und sieben Wasserkraftwerke.


Hitlergruß beim AfD-Landesparteitag?

Wie offizielle Stellen auf Nachfrage bestätigen, ermittelt die Passauer Kriminalpolizei gegen zwei Teilnehmer des AfD-Landesparteitags. Das Treffen fand am vorletzten Juniwochenende in der Dreiländerhalle statt.

Gegen einen 58-Jährigen und einen 78-Jährigen besteht der Verdacht, "Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" verwendet zu haben. Nach unbestätigten Informationen sollen die beiden Männer den Hitlergruß in Richtung der Demonstrierenden gezeigt haben. Die Personalien der Tatverdächtigen sind der Polizei bekannt. Als Beweismittel werden unter anderem Videoaufzeichnungen ausgewertet, die während des Parteitags entstanden sind. Die Ermittlungen dauern an.


Familienvater soll drei Mädchen missbraucht haben

20 Jahre nach den ersten Taten beginnt der Prozess.

Vor dem Landgericht Passau muss sich ein 76-jähriger Familienvater aus dem Bayerischen Wald verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, sich an einem damals sieben Jahre alten Nachbarskind, später auch an seiner Enkelin und deren Freundin vergangen zu haben. Angeklagt sind rund 60 Übergriffe.

Der Mann räumte einzelne Taten ein, spielte das Ausmaß jedoch herunter.

Den Missbrauch des Nachbarmädchens, das heute 28 Jahre alt ist und als Zeugin aussagte, soll er selbst gefilmt haben. Die Aufnahmen wurden bei einer Hausdurchsuchung von der Kriminalpolizei sichergestellt.



 

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