Nachrichten | Freitag, 09. Oktober 26
Niederbayern: Rallye-WM ist GeschichtePassau/Hauzenberg – Die Rallye-Weltmeisterschaft hat Niederbayern verlassen. Jetzt ist die traditionelle 3-Städte-Rallye zurückgekehrt. Statt internationaler Spitzenfahrer treten wieder mehr Privatfahrer an. Das Spektakel wird kleiner, die Zahl der Rennwagen steigt. Die Weltmeisterschaft ist Geschichte
Drei Jahre lang war die südöstlichste Ecke Niederbayern ein Zentrum der "Central European Rally". Von 2023 bis 2025 führte der Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft durch Deutschland, Österreich und Tschechien. Passau präsentierte sich auch als Gastgeberin. Auf dem Messegelände standen der große Fuhrpark mit den Werkstätten der Rennteams, die Auftritte der Fahrer und die Siegerehrung vor dem Rathaus. Damit ist Schluss. Wie schwierig die Teilnahme für nationale Teams geworden war, zeigte sich im letzten Jahr: Sie boten Fahrern aus Deutschland, Österreich und Tschechien einen Rabatt von 40 Prozent auf das Startgeld an. Außerdem verkürzten sie die Wege zwischen den Wertungsprüfungen, um Reise- und Übernachtungskosten zu senken. Bemerkenswert: 2025 stand kein österreichischer Fahrer auf der offiziellen Starterliste, obwohl die Rallye auch durch das oberösterreichische Mühlviertel führte. Allerdings waren zwei österreichische Beifahrerinnen gemeldet. Dass allein die Kosten für das Fernbleiben verantwortlich waren, lässt sich nicht belegen. Rückzug nach Hauzenberg Das Rallyezentrum mit den Servicefahrzeugen befindet sich in in Hauzenberg, einer Stadt mit rund 11.900 Einwohnern, auf dem Festplatz. Vor dem Rathaus starten die Teilnehmer heute, dort endet die Veranstaltung am Samstag mit der Siegerehrung. Im dünner besiedelten Grenzland treffen die Veranstalter auf weniger unmittelbar betroffene Menschen. Passau erinnert sich an den Verkehrskollaps, als die Teilnehmer samt Team und Fans mitten durchs Stadtgebiet fahren mussten, um den zu verschiedenen Austragungsorten zu gelangen. Mehr Rennwagen als zuletzt bei der WM Überraschend ist die Entwicklung der Teilnehmerzahlen. Bei der Weltmeisterschaft 2024 waren 44 Teams gemeldet, 2025 waren es 48. Zur 3-Städte-Rallye 2026 haben sich dagegen 63 Teams angemeldet. Der Grund liegt im unterschiedlichen Wettbewerb. Die 3-Städte-Rallye bietet neben den Spitzenfahrern der nationalen Meisterschaft auch kleineren Rennställen und Privatfahrern eine Bühne. Die finanziellen und organisatorischen Hürden sind geringer als bei einem WM-Lauf. Die Belastungen bleiben Für die Anwohner ist der Unterschied zwischen Weltmeisterschaft und Deutscher Meisterschaft zweitrangig. Die Rennwagen beschleunigen auf abgesperrten öffentlichen Straßen, bremsen vor Kurven und jagen durch die Ortschaften. Das verursacht Motorenlärm, Abgase sowie Abrieb von Reifen und Bremsen. Hinzu kommen die Fahrten der Begleit- und Servicefahrzeuge sowie der Zuschauerverkehr. Die Belastung konzentriert sich diesmal auf ein kleineres Veranstaltungsgebiet. Straßen bis zu neun Stunden gesperrt Heute führte eine Wertungsprüfung von Neustift über Lindbüchl, Gießübl und Oberfrauenwald. Die Veranstalter sperren die Strecke von 13.30 bis 22.30 Uhr. Am Samstag folgen weitere Rennen im Raum Sonnen und Rannaberg. Dort gelten Straßensperren von 5 bis 14 Uhr. Teile der Hauzenberger Innenstadt bleiben sogar von Donnerstagabend bis Sonntagfrüh gesperrt. Der ADAC rät Autofahrern ohne konkretes Ziel an den Wertungsprüfungen, die Region großräumig zu umfahren. Auch die Sicherheit bleibt ein Thema. Bei der letzten WM-Rallye 2025 verunglückten mehrere Fahrer. Weltmeister Thierry Neuville prallte am letzten Tag gegen ein Brückengeländer. Sein Beifahrer Martijn Wydaeghe kam zur Untersuchung ins Krankenhaus. Bereits am Vortag war Sébastien Ogier von der Strecke abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Auch bei der 3-Städte-Rallye fahren die Teilnehmer auf abgesperrten Landstraßen gegen die Uhr. Ein Fahrfehler kann Fahrer, Beifahrer und Zuschauer gefährden.
In Erinnerung bleiben lokale Tragödien des Motorrennsports: Im September 2009 kam beim Bergrennen im oberösterreichischen St. Agatha ein Rennwagen von der Strecke ab und traf eine vierköpfige Familie aus dem Landkreis Passau hinter der Absperrung. Die 34-jährige Mutter und ihre 13-jährige Tochter starben, Vater und Sohn wurden schwer verletzt. Bei der 3-Städte-Rallye im Oktober 1993 starb im Raum Straubing ein Zuschauer. Die Veranstalter brachen den Wettbewerb nach acht Wertungsprüfungen ab.
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Freitag
9. Oktober 2026
PRIVATE PLATTFORMEN09.10. | Freitag OPERNHAUS Sinfoniekonzert "Young Classic" Orchesterreihe mit Laura Handler (Wiener Philharmoniker) als Solo-Violinistin. Mit Musik von Schnittke, Brahms und Beethoven. 19:00 Uhr | ab 9 Euro MUSEUM MODERNER KUNST Diskussionsabend Ein von Florian Wobser moderierter Diskursabend zwischen der Schriftstellerin Veronika Reichel und dem Philosoph und Performer Rainer Totzke (aka Kurt Mondaugen) widmet sich den aktuellen Verlusten in Ökologie und politischer Kultur. 19:00 Uhr | Spende CAFÉ MUSEUM Ilz River Gang ![]() Franz Haslinger, Günther Geiling, Andreas Promesberger, Stefan Fuchs und Juraj Hladic bilden die "Ilz River Gang". Die Passauer führen Titel von 1920 bis 1960 auf. Die Besetzung kombiniert Trompete, Klarinette, Posaune, Bass und Schlagzeug. 20:00 Uhr | Spende
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