Nachrichten | Saturday, 14. March 26
NS-Krankenmorde in Mainkofen: Anna Rosmus enthüllt Passauer Verbindungen
Die Türen der Anstalt standen offen – doch für viele führte der Weg nur noch in den Tod.
Im Zentrum steht die Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen. Rosmus zeigt, wie Ärzte, Behörden und lokale Netzwerke Menschen zwangssterilisieren ließen, Patienten auswählten und in die Tötungsanstalt Schloss Hartheim bei Linz deportierten. Dort ermordeten die Nationalsozialisten in einer Gaskammer Tausende kranke und behinderte Menschen. Anna Rosmus, geboren 1960 in Passau, machte bereits als junge Autorin international auf sich aufmerksam, als sie die NS-Vergangenheit ihrer Heimatstadt erforschte und damit heftige Konflikte auslöste. Ihr Buch „Widerstand und Verfolgung am Beispiel Passau 1933–1939“ gilt bis heute als wichtige Studie zur regionalen Geschichte des Nationalsozialismus. Die Geschichte ihrer Recherche wurde später verfilmt: Der Spielfilm „Das schreckliche Mädchen“ von Michael Verhoeven basiert auf Rosmus’ Arbeit.
Rosmus lebt heute in den USA und brachte in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach amerikanische Kriegsveteranen zurück nach Deutschland, um mit ihnen die Orte der Befreiung zu besuchen.
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