Nachrichten | Donnerstag, 01. Oktober 26
Passau wird zur FürstenhauptstadtPassau/ Landshut/ Straubing - Mit Offenbachs „Fantasio“ feiert am "Tag der Deutschen Einheit" die erste Oper der neuen Spielzeit Premiere. Zum Auftakt der neuen Intendanz wird dem Passauer Publikum besonders geschmeichelt. Der Residenzplatz wird zur Kulisse eines Königshofs. In leuchtender Pop-Art erscheint er auf der Bühne des Fürstbischöflichen Opernhauses. Selbst die Goldpomeranze an der Fassade der Bischöflichen Residenz ist zu erkennen. Für Jacques Offenbachs Oper „Fantasio“ wird Passau zur imaginären bayerischen Fürstenhauptstadt. Es ist die erste Opernpremiere unter der neuen Intendantin Astrid Großgasteiger. Die 1980 in Stuttgart geborene Theaterfrau hat zur Spielzeit 2026/27 die Leitung des Landestheaters Niederbayern übernommen. An ihrer Seite stehen Generalmusikdirektorin Elisa Gogou und Svenja Gottsmann als künstlerische Leiterin des Musiktheaters. Und wer vermutet, dass für die Aufführungen des niederbayerischen Dreistädtetheaters in Landshut und Straubing einfach die jeweilige Stadtkulisse eingesetzt wird: nein. Der Passauer Residenzplatz bleibt. Offenbachs Geschichte spielt ursprünglich in einem märchenhaften München. Bayern ist pleite, und aus Gründen der Staatsräson soll Prinzessin Elsbeth den reichen Prinzen von Mantua heiraten. Sie hält wenig von der Zweckheirat. Fantasio, ein melancholischer Student, der den Mond ansingt, will sie vor diesem Schicksal bewahren. Als Hofnarr verkleidet schleicht er sich in die königlichen Gemächer und durchkreuzt die diplomatischen Pläne. Zwischen Elsbeth und Fantasio entwickelt sich eine Liebesgeschichte. Regisseur Christian von Götz und Musikdramaturgin Swantje Schmidt-Bundschuh haben gemeinsam mit dem Ensemble eine eigene Textfassung entwickelt und die Geschichte nach Passau verlegt. Ganz aus der Luft gegriffen ist der kleine historische Größenwahn nicht: Passau war Sitz eines Fürstbischofs. Dessen Bistum erstreckte sich einst donauabwärts bis nach Wien. Von Götz beschreibt seinen Zugriff als „Commedia dell’arte meets Pop Art meets Brecht“. Die männliche Titelrolle singt Mezzosopranistin Sabine Noack. Offenbachs 1872 in Paris uraufgeführtes Werk verbindet französische Romantik mit Komik und Rollentausch. Unter der Leichtigkeit liegt Zeitgeschichte: Der Deutsch-Französische Krieg verzögerte die Uraufführung. Diese Ebene greift die Passauer Inszenierung in einer neu entwickelten Rahmenhandlung auf. Mehr Zugang zum Theater Für den Start der neuen Intendanz ist die Wahl des Stücks zugleich programmatisch. Kein Wagner-Mammutwerk, sondern eine Oper, die auf die Größe des Orchesters und die Stimmen des eigenen Ensembles zugeschnitten ist. PNP-Feuilletonist Raimund Meisenberger brachte den Wechsel in seinem Vorbericht auf den Punkt: „Kein Verdi, kein Wagner, keine allseits bekannte Oper, stattdessen ein Fest der Fantasie und der Leichtigkeit.“ Auch eine weitere Neuerung passt zu Großgasteigers angekündigtem Ziel, die Bindung zum Publikum zu vertiefen und den Zugang zum Theater zu erleichtern: Vor jeder Vorstellung gibt es künftig eine Kurzeinführung, bei ausgewählten Terminen zusätzlich eine Expertenrunde. Weitere Vorstellungen folgen im Oktober, November und Dezember. red
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Donnerstag
1. Oktober 2026
PRIVATE PLATTFORMEN01.10. | Donnerstag REDOUTE Kabarett Der österreichische Schauspieler und SatirikerRobert Palfrader reflektiert das Lebensende, das Vererben und das unausweichliche Danach. 20:00 Uhr | ab 29 Euro CAFÉ MUSEUM Blues Konzert ![]() Frank Folgmann präsentiert die Konzertreihe "Blues & Beyond" im Café Museum. Der Musiker spielt verschiedene Gitarren und tritt mit wechselnden Mitwirkenden auf. 20:00 Uhr | frei
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