Nachrichten | Montag, 26. Oktober 26

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Drei Autoabstellplätze, drei Eigentümer (Stadtwerke, WGP, Stadt) und der Versuch einer einheitlichen Lösung. (Grafik: mediendenk/ maphub)
Autos abstellen

Passau: Zwei Parkgebühren, zwei Entscheidungen

Passau -  Im Stadtrat geht es heute um einen höheren Tarif unter der Schanzlbrücke. Die Debatte über das Messegelände in Kohlbruck läuft auf einer anderen Ebene: Dort schlägt Oberbürgermeister Andreas Rother eine Befreiung für Sportler und Ehrenamtliche vor.

Mehr fürs Parken unter der Schanzlbrücke
Der Stadtrat berät heute über eine Erhöhung der Parkgebühr unter der Schanzlbrücke. Der Tarif soll von 1,40 auf 1,60 Euro je Stunde steigen. Das entspricht 80 Cent je angefangener halber Stunde. Die Änderung soll am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Die Stadt will den vergleichsweise günstigen Preis an die umliegenden Parkhäuser angleichen. So sollen Autofahrer bei belegten Stellplätzen eher auf andere Parkmöglichkeiten ausweichen. Die Stadt begründet den Schritt mit dem starken Parksuchverkehr unter der Brücke. Der zuständige Ausschuss hat die Änderung bereits einstimmig empfohlen.

Parkgebühren am Messegelände in Kohlbruck
Seit dem 15. Oktober kostet das Parken am Messegelände auch auf den zuvor kostenlosen Freiflächen Geld. Die erste Stunde kostet einen Euro, jede weitere 1,50 Euro. Der Tageshöchstpreis liegt bei 18 Euro. Badegäste, Sportler und Ehrenamtliche zahlen derzeit 1,50 Euro pro Parkvorgang. Die ersten 20 Minuten sind für alle kostenlos. Nach den Protesten der betroffenen Sportvereine schlägt Oberbürgermeister Andreas Rother vor, Sportler und ehrenamtliche Helfer künftig ganz von den Gebühren zu befreien.

Für wen die Ausnahmen konkret gelten sollen, darüber konnte das OB-Büro heute früh noch keine Auskunft geben, denn die Entscheidungen fallen nicht im Stadtrat, sondern in anderen Gremien.

Gratisparken für 500 Privilegierte?
Ein Telefonat mit Christian Eder, dem Vorsitzenden des Stadtverbands für Sport und früheren Vorstand der Black Hawks, macht deutlicher, wer davon profitieren könnte: Es geht um aktive Sportler und Ehrenamtliche aus insgesamt 15 Vereinen, die in der Eisarena, im Freizeitbad Peb oder in der Dreiländerhalle tätig sind. Eder schätzt, dass etwa gut 500 Menschen infrage kämen. Denn gehören nicht nur Eishockeyspieler und Mitglieder der Schwimmvereine, sondern beispielsweise auch die Mitwirkenden beim Sonnenland-Cup, ein mehrtägiges Hallenfußballturnier von Jugendmannschaften aus der Region.

Die diskutierte Befreiung wäre also keine kostenlose Zufahrt für Zuschauer, sondern eine Ausnahme für aktive Sportler und Ehrenamtliche. Wer entscheidet? Das Messegelände gehört der Stadt. Die WGP betreibt das Parkhaus und übernimmt auch die Parkbewirtschaftung auf dem städtischen Messegelände. Würde die Stadt das Parken auf dem Messegelände in Eigenregie betreiben, müssten die gesetzlichen Regeln für E-Autos gelten, wirft Eder im Gespräch ein. Über die jetzt anstehende mögliche Befreiung müssen die zuständigen WGP-Ausschüsse und der Wirtschaftsausschuss des Stadtrats beraten. Der Parkplatz am Freizeitbad Pep fällt in den Bereich der Stadtwerke. Ob die Ausnahme dort ebenfalls gelten soll, ist noch offen.

Eine Woche nach Einführung der Gebühren ist die zunächst einheitliche Regelung damit schon wieder Gegenstand einer Nachbesserung. 
 

hud

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