Nachrichten | Saturday, 25. April 26

bild_klein_0000025349.jpg
Kommentar

Tankrabatt: Ein Drittel geht leer aus - und zahlt mit

Der Tankrabatt ist beschlossen – und wirkt auf den ersten Blick wie eine schnelle Entlastung. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich eine Schieflage: Das Leben wird wegen der fossilen Abhängigkeit für alle teurer, aber nur an der Zapfsäule verteilt der Staat 1,6 Milliarden Euro.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, wie begrenzt die Wirkung ist. Rund 11,1 Millionen Erwerbstätige arbeiten zumindest teilweise im Homeoffice. Beim Arbeitsweg nutzen 16 Prozent Bahn oder ÖPNV, 10 Prozent das Fahrrad und 7 Prozent gehen zu Fuß. Etwa 16,7 Millionen sind 67 Jahre oder älter und stehen meist nicht mehr im Berufsverkehr.

Und nicht zu vergessen: Mehr als zwei Millionen Elektroautos sind inzwischen in Deutschland zugelassen. Ihre Besitzer haben bewusst in den Umstieg investiert und beschleunigen die Energiewende – profitieren vom Tankrabatt aber nicht.

Die genannten Gruppen überschneiden sich. Dennoch ergibt sich eine klare Größenordnung: etwa 30 bis 35 Millionen Menschen, also mindestens rund ein Drittel der Bevölkerung, denen der Tankrabatt regelmäßig nichts nützt. Er entlastet vor allem den fossilen Alltag, nicht die soziale Lage. Eine Rentnerin mit 820 Euro im Monat profitiert davon ebenso wenig wie jemand, der bewusst auf das Auto verzichtet.

Gleichzeitig setzt der Staat ein widersprüchliches Signal. Während der Ausstieg aus dem fossilen Zeitalter zwingend politisch gewollt ist und mehr Unabhängigkeit schaffen soll, wird das Verbrennen von Öl subventioniert. Die Abhängigkeit von Importstaaten bleibt bestehen, der Umbau verzögert sich.

Der Preis dafür ist konkret: rund 1,6 Milliarden Euro für zwei Monate. Eine Summe, die Empörung auslösen müsste. Denn dieses Geld fehlt für alle Genannten – von der pflegebedürftigen Rentnerin bis zum radelnden Grundschüler, vom Elektroautofahrer bis zum Bahnpendler mit Deutschlandticket. Umgerechnet sind das rund 19 Euro pro Kopf der Bevölkerung.

Oder anders gerechnet: Würde man diese Summe auf die gut 14 Millionen Nutzer des Deutschlandtickets umlegen, könnte das Ticket für zwei Monate anstelle von 63 Euro nur etwa 10 Euro kosten.

Der Tankrabatt zeigt eine doppelte Schieflage: sozial und klimapolitisch.

HJD

Unabhängiger Journalismus ist abhängig von zahlenden Lesenden

Wenn Sie uns zusätzlich unterstützen wollen, hier können Sie „spenden“.
Hinweis fürs Finanzamt: Zahlungseingänge werden wie Abozahlungen verbucht.
Bürgerblick als gemeinnützige Gesellschaft zu etablieren ist in Arbeit.

11:48
Samstag
25. April 2026
 
Bitte klicken Sie diese Förderer
und Freunde der freien Presse:

PRIVATE PLATTFORMEN

KULTURKALENDER
25.04. | Saturday
INNPROMENADE
Flohmarkt
 
bild_klein_0000025309.jpg

Vinyl, Bilder, Kleidung und allerlei Gebrauchtes unter der Kastanienallee.


08:00 Uhr | frei
OPERNHAUS
Mozarts Liebeswette
 
bild_klein_0000024901.jpg

„Così fan tutte“ ist ein Dramma giocoso von Wolfgang Amadeus Mozart aus dem Jahr 1790. Zwei Paare, eine Wette und ein Liebesexperiment, das in Verkleidung und Verführung mündet.


19:30 Uhr | ab 11 Euro
REDOUTE
Florian Schroeder - Endlich glücklich
 
bild_klein_0000025287.jpg

In seinem neuen Programm bricht der Kabarettist mit dem Dauer-Granteln und bietet eine humorvolle Anleitung zur Zuversicht. Schroeder betrachtet die Weltlage mit scharfem Verstand, weigert sich aber, in den allgemeinen Pessimismus einzustimmen.


20:00 Uhr | ab 30 Euro
ZAUBERBERG
Kreisky
 
bild_klein_0000025171.jpg

In ihrem Programm „Adieu Unsterblichkeit“ präsentiert die Band Lieder mit düsteren Themen. Bekanntheit erlangten die Musiker unter anderem durch ihren Auftritt im „Tatort“. Sänger ist der Grazer Franz Adrian Wenzl (49, "Austrofred"). Er wird begleitet von Martin Max Offenhuber an der Gitarre, Helmuth Brossmann am Bass und Klaus Mitter am Schlagzeug. Die Musiker kombinieren klassischen Rock mit Einflüssen aus dem Pop.


20:00 Uhr | ab 23 Euro
CAFÉ MUSEUM
Zodheimr "The Forest Curtains"
 
bild_klein_0000025235.jpg

In einem Solo-Konzert sind Eigenkompositionen auf der Nyckelharpa zu hören. Der in Kairo geborene Schöpfer dieser Werke verbindet experimentelle Klassik mit Folk sowie elektronischen Texturen.


20:00 Uhr | Spende