Nachrichten | Thursday, 11. June 26

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Polizeiaktion

Wenn Tempo tötet: Polizei stellt Schrott-Audi als Mahnung aus

Passau - Wer am Freitag durch den Stadtpark der Neuen Mitte geht, sieht einen roten Audi TT, 400 PS, der kaum noch als Auto zu erkennen ist. Die Fahrerseite ist aufgerissen, das Dach eingedrückt. Daneben steht eine Suzuki GSX-R, eine Supersportmaschine mit mehr als 180 PS.

Beide Fahrzeuge sind Relikte eines illegalen Straßenrennens, bei dem ein Familienvater starb. Die Polizeiinspektion Passau und die Verkehrspolizei bringen die Schaustücke am sogenannten Präventionsanhänger von 10 bis 15 Uhr in den "Klostergarten". Die Beamten wollen zeigen, welche Folgen überhöhte Geschwindigkeit und verbotene Rennen haben können.

Die Tragödie hinter den Wracks begann im Juli 2018 auf einer Bergstrecke zwischen Kalteck und Achslach im Landkreis Regen. Ein 28-jähriger Audi-Fahrer und ein 54-jähriger Motorradfahrer lieferten sich auf der kurvenreichen Strecke ein Rennen. Mehrfach beschleunigten sie stark, erreichten Geschwindigkeiten von rund 150 Stundenkilometern. In einer langgezogenen Kurve verlor der Audi-Fahrer die Kontrolle über seinen Sportwagen. Das Fahrzeug geriet auf die Gegenfahrbahn, streifte einen Jeep und prallte frontal in einen entgegenkommenden Opel Ascona. Am Steuer saß ein 38-jähriger Familienvater, neben ihm sein zehnjähriger Sohn. Der Mann starb noch an der Unfallstelle. Sein Sohn wurde schwer verletzt.

Die beiden Teilnehmer des Rennens wurden später wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens verurteilt. Es war einer der ersten Prozesse nach diesem neuen Paragrafen "Illegales Autorennen".  Der Fall ist auch deshalb aktuell, weil Geschwindigkeit und riskante Überholmanöver weiterhin zu den häufigsten Ursachen schwerer Verkehrsunfälle zählen. Besonders auf Landstraßen werden Fehler schnell tödlich. Motorradfahrer sind dabei ähnlich ungeschützt wie Radfahrer im Stadtverkehr: Ein Fahrfehler, ein missglücktes Überholmanöver oder eine zu hohe Geschwindigkeit reichen aus.

In Ostbayern gab es in diesem Jahr bereits mehrere tödliche Motorradunfälle. Zugleich erhält die Polizei immer wieder Hinweise auf nächtliche Rennen und Poserfahrten im Stadtgebiet, meist nach Mitternacht. Anwohner hören laute Motoren, die Fahrzeuge sind jedoch meist längst verschwunden, bevor eine Streife eintrifft.

Die Polizei bietet am Freitag weitere Informationsangebote: Besucher können auf einem E-Bike-Simulator testen, wie sich Geschwindigkeit auf Bremsweg und Reaktionszeit auswirkt. Motorradpolizisten stehen mit ihren Dienstmaschinen bereit und informieren über Schutzkleidung, Fahrtechnik sowie die Folgen technischer Manipulationen an Motorrädern. 

red

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