Nachrichten | Donnerstag, 02. Februar 17

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Blick ins Streikstüberl: Sie diskutieren, spielen Karten, trinken Weißbier. Rund 30 PNP-Mitarbeiter, darunter ein Drittel der Stadtredaktion Passau, werden heute und morgen den Dienst nicht antreten.
Kampf für Tarif

PNP-Streik beim Streiblwirt

Die Gewerkschaften haben die Angestellten und Redakteure der „Passsauer Neuen Presse“ zum Warnstreik aufgerufen, um ihrer Forderung, in die Tarifordnung zurückzukehren, Nachdruck zu verleihen. Die Verlegerin weigert sich, Verhandlungen zu führen. Zwei Protestkundgebungen in der Passauer Innenstadt waren vorausgegangen, zuletzt am Samstag.

Der Warnstreik ist aufgerufen worden von heute, Donnerstag, 7 Uhr, bis Freitag um Mitternacht. Ob sich dies auf die Produktion der Zeitung und ihr Erscheinen auswirkt, ist fraglich. Die Gruppe der Protestierenden ist auf wenige Dutzend zusammengeschmolzen. Bei der Demonstration letzten Samstag waren Teilnehmer zu sehen, die sich wohl aus Furcht vor Sanktionen vermummt mit Schal oder mit Sonnenbrille zeigten. Die Verlegerin hatte die Aktionen der Protestierenden als ehrverletzend und beleidigend bezeichnet, eine indirekte Drohgebärde.

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Verdi-Vertreter Pascal Attenkofer ist mit dem Ergebnis des Warnstreikaufrufes zufrieden, aber Realist: Auf die Produktion der Zeitung werde es kaum Auswirkungen haben, die Technik hat den Menschen in vielen Arbeitsschritten ersetzt.
In der Sonntags- und Montagsausgabe hatten die "Passauer Neue Presse" und ihr kostenloses Sonntagsblatt erstmals nach monatelangem Schweigen über eine Protestkundgebung zum Tarifstreit berichtet. Die Verlegerin nutzte diesen Beitrag als Sprachrohr und ließ verlautbaren, dass eine von ihr gewährte Arbeitsplatzgarantie (Kündigungsschutz) in der Medienlandschaft einmalig sei, sie angeblich mit Mitarbeitern im Gespräch und bereit sei, Löhne zu erhöhen. Letzteres sollte wohl darstellen, dass sie den Kontakt zu bestimmten Beschäftigten pflege, nicht aber mit den Gewerkschaften und deren Anhängern.

Wer die PNP-Journalisten im Ausstand besuchen und mit ihnen diskutieren will (gut zwei Dutzend Leute): Streiklokal ist der „Streiblwirt“ in Passau-Rittsteig. Zum Warnstreik aufgerufen sind alle Redakteure, die als Volontäre bezeichneten Auszubildenden sowie alle Journalisten, die in einer arbeitnehmerähnlichen Beziehung zum Verlag stehen.

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Die Streikfibel des Deutschen Journalistenverbandes am Wirtshaustisch: Sie beantwortet Fragen rund um den Arbeitskampf. (Foto: Tobias Köhler/ mediendenk)
Redaktionen sind heutzutage bei der PNP nicht üppig besetzt: In manchen Außenstellen arbeiten oft nur zwei, drei Festangestellte. Die Passauer Redaktion für Stadt und Land zählt beispielsweise dreizehn Festangestellte: die beiden Redaktionsleiter, ein Fotograf, ein Mann für Sport und neun Reporter. Etwa ein Drittel dieser Redaktion befindet sich im Ausstand.

Vier Tage weniger Urlaub, bis zu 500 Euro weniger Bruttolohn, 3,5 Arbeitsstunden je Woche mehr - das sind die Nachteile, welche die PNP-Angestellten im Vergleich zur Tarifordnung hinnehmen müssen. Der Bayerische Journalistenverband und Verdi haben dies in Tabellen gegenübergestellt.

PNP zum Warnstreik gratis

Als öffentliche Gegenmaßnahme könnte gesehen werden, dass die Verlegerin heute anbietet: kostenloses E-Paper für alle Bürger. Diese Aktion wird mit "Strassenglätte" begründet, obwohl im Passauer Land sonniges Tauwetter herrscht, plus acht Grad.

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