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Printmagazin | Montag, 30. Dezember 13

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"Rosemarie wer?"

OB-Wahlkampf: CSU-Kandidatin mit Witz

Die OB-Kandidatin der CSU hat noch wenig Ahnung, aber viel Witz. „Rosemarie wer?“ beginnt sie ihren verbalen Einstieg bei Facebook – und greift damit das Zitat eines Satireschreibers auf, der sich über die relativ unbekannte politische Quereinsteigerin lustig machen wollte.

Während Oberbürgermeister Jürgen Dupper in der Heimatzeitung erklärt, dass er sich und den Seinen bis zum 6. Januar eine Verschnaufpause vor dem Wahlkampf gönnen wolle, startete Herausforderin Rosemarie Weber gleich nach den Weihnachtsfeiertagen. Sie betritt Neuland, die sozialen Netzwerke. „Rosemarie wer?“ schreibt sie einen selbstironischen Facebook-Eintrag, der auf vier Termine im Januar verweist. In verschiedenen Stadtteilen will sie sich den Bürgern vorstellen, beginnend am 7. Januar in einem Wirtshaus auf der Ries.

Bis dato war Juristin Weber im Netz ein völlig unbeschriebenes Blatt. Unter ihrem Namen war einzig die Seite ihrer Anwaltskanzlei zu finden. Auf Facebook gewann sie in den ersten drei Tagen rund 400 Anhänger.

„Rosemarie wer?“ prangt als Logo auch auf ihren Veranstaltungsplakaten. Das „e“ im Fragewort verformt zum Affenschwanz der E-Mailadressen. Die Buchstaben W und R sind passenderweise die Initialen Ihres Namens. Kringelige Logos liegen im Trend. Der Oberbürgermeister selbst wirbt mit einem "D", das in der Fantasie bösartiger Betrachter als "Rollstuhlfahrer mit Rückgratverkrümmung" interpretiert werden kann. So sieht es zum Beispiel der Satiriker von der FDP-Stadtratskandidatenliste, Karl-Heinz Hasenöhrl. 

Auf die Internetseite der Partei, für die sie kandidiert, hat Weber es noch nicht geschafft. Beim CSU-Kreisverbandes Passau Stadt  lächelt als Zugpferd ein Mann vom Bildschirm, Dr. Gerhard Waschler, der Kreisvorsitzende. 

Mit „Rosemarie wer?“ hatte Bürgerblick-Satireschreiber Karl-Heinz Hasenöhrl die neue Kandidatin der CSU kommentiert. Deren Schlagfertigkeit, dies in eine Werbekampagne in eigener Sache umzumünzen, macht den in München tätigen PR-Mann offenbar sprachlos. „Da müssen wir eine Nacht drüber schlafen, bis wir das kommentieren“, schreibt er. Was er auf seiner Satireseite schreibt, muss er sich neuerdings sowieso gut überlegen: Er kandidiert als Stadtrat auf der FDP-Liste.

Wie es zu Wahlkampfzeiten mit Hasenöhrls Kolumne "Passauer Tölpel" im Lokalmagazin „Bürgerblick“, der sogenannten freien Presse weiter geht? Der Stoff, so der Bürgerblick-Herausgeber, müsse politfrei bleiben, besser noch: Die Satire-Kolumne ruhe bis nach den Kommunalwahlen.

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