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Brennpunkt | Montag, 24. Dezember 18

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Der Rettungshubschrauber landete nahe der Römermauer (Jahnstraße) auf dem Sportplatz der Jahnturnhalle. (Foto: mediendenk)
Was war da los?

Hubschrauber landet im Stadtgebiet

Passau - Ein Rettungshubschrauber, der mitten in der westlichen Innstadt landete, hat am Sonntagnachmittag die Friedhofsgänger und Flaneure aufgeschreckt. Was war passiert?

„Für uns ein ganz gewöhnlicher Vorgang“, sagt ein Vertreter der Rettungsleitstelle auf Anfrage. Im Notfall werde immer der nächstmögliche Notarzt herbeigeholt. Am Passauer Klinikum war - wahrscheinlich wegen parallellaufender Einsätze - für einen häuslichen Notfall kein Notarzt verfügbar. Deshalb wurde der Notarzt der Besatzung des bayerisch-österreichischen Rettungshubschrauberstützpunktes im 18 Kilometer entfernten Suben angefordert. Die Flugzeit dauert vier Minuten.

Orkanstärke bei Start und Landung
Es liegt in der Entscheidung der
Piloten, den nächstmöglichen sicheren Landeplatz am Einsatzort zu wählen. Wo ist ausreichend Platz und besteht wenig Gefahr, lose Gegenstände aufzuwirbeln? Die Rotoren, Durchmesser von gut zehn Metern, bis zu 400 Umdrehungen pro Minute, erzeugen einen Wind von Orkanstärke. Umstehenden wird ein Sicherheitsabstand von 50 Metern empfohlen: Mützen, Schals oder Brillen festhalten, die Augen vor Sand und Gräsern schützen! Die größte Gefahr geht vom Luftsog des Heckmotors aus, der sich vier- bis fünfmal so schnell dreht wie der Hauptrotor.  Deshalb darf man sich niemals von hinten einem Hubschrauber nähern, auch wenn der Heckmotor, wie beim in Suben eingesetzten Rettungshubschraubertyp „H135“, ummantelt ist. Als wichtigste Regel gilt: Stets Sichtkontakt mit dem Piloten halten!

Ahornsamen kreiseln mit
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Der Rettungshubschrauber, Reisegeschwindigkeit 250 km/h, ist in vier Minuten in Passau. (Quelle: Maphub)
Am Sonntag um 15.10 Uhr hat der Pilot als Landeplatz den Sportplatz neben der Jahnturnhalle gewählt. Bei seinem Tiefflug über die Innstadtfriedhöfe ließ er die Menschen, die ihre Gräber für Weihnachten schmückten, besorgt aufblicken. „Ist etwas Schlimmes passiert?“ Die Bäume am Sportplatz wurden kräftig durchgeschüttelt und ein ironisches Schauspiel der Natur setzte ein: Ahornbäume, die das Hubschrauberprinzip erfunden haben, ließen ihre propellerartig geformten Samen langsam zu Boden kreiseln.

Spektakel für Kinder und Erwachsene
Der herbeigeflogene Notarzt wurde von der Besatzung eines Rettungswagens, die am Feuerwehrhaus wartete, abgeholt. Er begleitete den Notfallpatienten ins Klinikum und wurde danach zum Hubschrauber zurückgefahren. Deshalb dauerte es eine Dreiviertelstunde, bis die tosende Maschine von der Innstadt wieder abhob. Kinder hielten ihre Mütter an, um das Spektakel
von der Otto-Geyer-Straße bei der Innstadtschule aus, geschützt hinter einer Hecke, zu verfolgen. "Einen Hubschrauberstart aus nächster Nähe erlebt man nicht oft", begeisterte sich ein Passant.

Im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet arbeiten die Rettungskräfte eng zusammen. Hier existiert die Grenze tatsächlich nicht mehr. Der Rettungshubschrauberstützpunkt mit dem Rufnamen „Christopherus 3“ in Suben ist 2002 als zweistaatliches Novum eingerichtet worden. Die Einsätze werden auf bayerischer Seite von den Rettungsleitstellen Passau und auf österreichischer von der Rot-Kreuz-Leitstelle in Ried im Innkreis koordiniert. Im Sommerhalbjahr fliegen ÖAMTC-Piloten die österreichische Maschine, im Winterhalbjahr, ab 1. November, wenn die Österreicher ihren Hubschrauber wegen der Skisaison häufiger benötigen, übernehmen ADAC-Piloten mit ihrem Fluggerät.

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