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Meinung | Sonntag, 01. August 21

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Sonntagskommentar

Vom Regelwerk der Solidarität und ihren Abtrünnigen

Schönen Sonntag Passau! Der erste Tag im August ist ein regnerisch kühler. Ein gemütlicher Sonntag im Zelt an der Ostsee, wo dasselbe Wetter wie in der Heimat herrscht. Zeit zum Nachdenken.

Es ist eine gute Nachricht. Die solidarische Gesellschaft steht für die Mehrheit. Sie hat sich impfen lassen, vertraut auf Medizin und Wissenschaft, hat die Regeln der gewählten Gesetzesgeber eingehalten und hält sie ein, auch wenn sie nicht immer alle nachvollziehbar waren. Die Verantwortlichen, die um die richtigen Regeln ringen, sind auch nur Menschen. Wer diese Meinung anzweifelt, möge über den Tellerrand, in andere Länder blicken. Es zeigt Stärken und Schwächen unseres föderalen Systems.

Eine Minderheit hat sich entsolidarisiert. Sie ist falschen Propheten auf den Leim gegangen oder vermutet grundsätzlich hinter der Regierung das Böse. Sie steht unwillkürlich Seit‘ an Seit‘ mit Feinden der Demokratie. Um ihre Position zu rechtfertigen und beim Blick in den Spiegel nicht erkennen zu müssen, wie egoistisch ihr Gedankengut ist, greift sie zu abenteuerlichen Erzählungen, verkehrt die Wahrheit: Das Regelwerk der Solidarität bezeichnet sie als Ausgeburt der Diktatur.

Es ist des Menschen Pflicht so zu leben, dass er keinem anderen Schaden zufügt. Das gilt auch für die Schöpfung, unsere Lebensgrundlagen. Mehr muss man eigentlich nicht wissen, um die Dinge zu bewerten und sein eigenes Verhalten auszurichten.

Die Pandemie ist zum Schauglas geworden: Die Solidarischen und die Entsolidarisierten sind sichtbar wie lange nicht mehr. Die einen haben ohne Zögern das erstbeste Impfangebot angenommen, die anderen drücken sich, im falschen Glauben, dass die Impfung gefährlicher sei als Corona oder leiden an Selbstüberschätzung: Impfung sei etwas für Schwächlinge. Selbst an der Supermarktkasse: Die einen zeigen sich bedeckt, die anderen zeigen ihnen die lange Nase.

Das Delta-Virus, das so ansteckend wie Windpocken ist, breitet sich hierzulande aus. Wie werden wir diesen Herbst über unser Verhalten im Sommer denken?

Die Eltern unter den Entsolidarisierten haben das infamste Ablenkungsmanöver für ihr eigenes Fehlverhalten entdeckt. Sie nennen sich „Eltern stehen auf“ und missbrauchen ihre Kinder für einen Freiheitskampf, bei dem der Schutz der anderen - ihrer Haltung folgend - hinten ansteht. Ihre Heuchelei geht auf in der Erzählung, Mund-Nasenschutz sei schädlich. Und eine Partei, die sich Basis nennt, hat die Basis des gesunden Menschenverstandes verlassen, ruft die Corona-Impfungen als "lebensgefährlich" aus.

Die Covid-19-Seuche hat den Globus nach wie vor im Griff und die Erdzerstörung schreitet voran. Wiederum ist Solidarität gefragt, das Schlimmste zu verhindern. Skeptiker und Leugner, Aufwiegler und Scharlatane sind da wie dort offenbar die gleichen. iDe Impfquote als Maßstab gesehen stellen die Genannten eine Minderheit von maximal 25 Prozent unserer Bevölkerung dar. Sie wird sichtbar werden bei der nächsten Bundestagswahl. Im Teich dieser Minderheit fischt nicht nur die AfD, sondern neuerdings auch Hubert Aiwanger mit seinen Freien Wählern. Das mag wahltaktisch klug sein, aber bestätigt nur die These dieser Betrachtung: Solidarität ist Aiwangers Sache nicht.

HJD

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