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Brennpunkt | Mittwoch, 11. August 21

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Heute und morgen bleiben viele Lokführerstände leer. Manche Bahnbeschäftigte müssen mit veralteter Technik vorlieb nehmen und tragen wegen analoger Sicherheitssysteme hohe Verantwortung. (Foto: mediendenk)
Schienenverkehr

Lokführerstreik: Forderungen entsprechen Baukosten von drei Kilometern Autobahn

Wie wirkt sich der Bahnstreik auf die wichtigsten Verbindungen ab Passau-Hauptbahnhof aus? Von welchen Lohnforderungen sprechen wir überhaupt?

Wer heute mit dem sogenannten Donau-Isar-Express zwischen Passau und München fahren will, dem bleibt nur der Umweg über Linz. Dauert doppelt so lange, vier Stunden. 

Die ICE-Verbindung von und nach Regensburg fallen komplett aus.

Die Gewerkschaft der Lokführer kämpft heute und morgen für bessere Tarife. 95 Prozent der Mitglieder haben sich für den Streik ausgesprochen. Die Lokführer gehören mit einer angeblichen Quote von 80 Prozent zu den gewerkschaftlich bestorganisierten Berufsständen. Rund 20.000 Lokführer beschäftigt die Deutsche Bahn. 

Die aktuellen Forderungen (ausgehend von einem durchschnittlichen Monatsgehalt von 3.000 Euro): rund 1.200 Euro mehr Jahresgehalt (plus 3,2 Prozent) für die nächsten zwei Jahre zuzüglich einer einmaligen Corona-Prämie von 600 Euro. In der Summe: 60 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der Bund investiert rund 250 Millionen Euro in die rund 13 Kilometer lange Autobahnstrecke A94 zwischen Kirchham und Pocking. Die Forderung der Lokführer auf zwei Jahre Laufzeit betrüge demnach den Baukosten von drei Autobahnkilometern. Anderer Vergleich: Es wäre so, also würde man jedem Lokführer ein Drittel der E-Auto-Prämie, derzeit 6.000 Euro, gewähren. 

Die Privatbahnen sind nach abgeschlossenen Tarifverhandlungen vom Streik nicht direkt betroffen, aber indirekt, wenn beispielsweise Stellwerke ausfallen. Denn beim sogenannten Lokführerstreik beteiligen sich Beschäftigte aus allen Sparten der Bahn.

Gewerkschaftssprecherin Gerda Seibert in der Zentrale in Frankfurt am Main verweist im charmanten österreichischen Dialekt auf die beinharten Ungerechtigkeiten und zeigt auf die DB-Spitze: „Die 3.500 Führungskräfte genehmigen sich Boni in einem Unternehmen, das Milliardenverluste schreibt und sichern sich hohe Renten.“ Auf der anderen Seite würden die Betriebsrenten abgebaut.

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