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Nachrichten | Freitag, 13. November 20

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Haftvorführung am 1. Dezember 2016: In der adventlich geschmückten Gasse wird der in Spanien gefasste Täter von zwei Kripobeamten zum Amtsrichter gebracht. (Foto: mediendenk)
Frauenleiche im Müllsack

Freyunger Verbrechen wird vermutlich neu aufgerollt

In diesen Novembertagen vor vier Jahren ist in dem Bayerwaldstädtchen Freyung ein Verbrechen aufgeflogen, das die Region erschütterte: Ein junger Mann hatte die Mutter seines 18 Monate alten Sohnes mit Messerhieben getötet, vor seiner Flucht die Leiche in der Wohnung in einem Müllsack versteckt. In den nächsten Wochen wird sich entscheiden, ob der Prozess erneut aufgerollt wird. 

Der damals 23-jährige Täter, der mit seinem Sohn ins Ausland geflüchtet war, sitzt seit Dezember 2016 hinter Gittern. Er wurde im November 2017 vom Landgericht Passau zu zwölf Jahren wegen Totschlags verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft in Passau hat den Antrag zur Wiederaufnahme gestellt, ein durchaus seltenes Verfahren. Zeugen hatten im ersten Prozess verschwiegen, dass der Täter im Beisein seines Bruders gestanden hat: Er habe die Mutter seines Kindes im Schlaf getötet. Das wäre der Mordbeweis. Wegen ihrer Falschaussagen, mit denen sie den Angeklagten offenbar schützen wollten, sind die Zeugen Ende letzten Jahres von einem Passauer Amtsrichter verurteilt worden.

Ob dem Antrag zur Wiederaufnahme stattgegeben wird, darüber befindet nicht die Passauer Justiz, sondern die Deggendorfer. Einen Wechsel der Zuständigkeit sieht das Gerichtsverfassungsgesetz vor, um Befangenheit zu vermeiden. Die Deggendorfer Richter entscheiden in den nächsten Wochen, nachdem die Verteidiger des Verurteilten, darunter ein Passauer Strafrechtsprofessor, ihre Stellungnahme abgegeben haben. Diese warten angeblich noch auf das Schreiben vom Gericht.

Die neue Beweislage lässt sehr wahrscheinlich darauf schließen, dass vor dem Schwurgericht in Deggendorf das Freyunger Verbrechen im nächsten Jahr neu verhandelt wird. 

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