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Nachrichten | Mittwoch, 24. Februar 21

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Notärzte, Sanitäter und Polizeikräfte sind am Asylbewerberheim an der Neuen Rieser Straße eingetroffen. (Foto: mediendenk)
Blaulichteinsatz am Asylbewerberheim

Mit Schere auf Zimmerkollegin losgegangen

„Vier Jahre zu viert auf einem Zimmer. Egal, ob du mit den anderen klarkommst oder nicht“, erzählt ein Bewohner am Rande des Dramas.

Großeinsatz heute Mittag am Asylbewerberheim in Passau an der Neuen Rieser Straße. Zwei Frauen haben sich bis aufs Blut gestritten. Fenster gehen auf. Köpfe strecken sich heraus. "Oft habe ich Angst, dass jemand durchdreht und plötzlich in meinem Zimmer steht", sagt ein junger Mann aus Afghanistan. Er sei nicht der Einzige, der sich fürchtet.

Einsatzkräfte durchkämmen den Steilhang hinter dem Gebäude nach der Tatwaffe. Die Annahme, dass es sich um ein Messer handelt, hat sich nicht bestätigt (Anm. d. Red.: Überschrift wurde entsprechend geändert). Die Täterin hat nach der Attacke eine Schere aus einem Fenster im zweiten Stock geworfen. Der angegriffenen Zimmerkollegin wurde wohl ein tiefer Schnitt im linken Oberarm beigefügt. Ein Krankenwagen bringt sie weg. Die Tatverdächtige ist festgenommen worden.

Das Asylbewerberheim an der Rieser Straße ist zum Schauplatz einer Ansammlung von Blaulichtfahrzeugen geworden. Drei Rettungswagen, zwei Notarztwagen, sechs Polizeifahrzeuge. Diese Massenunterkünfte sind psychische Stressorte. Wie viele in einen Streit verwickelt sind, wie weit die Lage eskaliert ist, weiß keiner, wenn der Notruf eingeht.

"Ich würde so gerne ein normales Leben führen, in die Arbeit gehen und eine Freundin haben", sagt ein Bewohner. Auch er teilt sich ein Zimmer mit drei anderen. Seit sieben Jahren kämpfe er für seine Anerkennung. Er macht in Vilshofen eine Ausbildung zum Koch, aber in der Pandemie bedeutet das: Arbeitsplatz geschlossen, online-Unterricht, noch mehr Zeit in der Enge. Die Belastung sei so schlimm wie noch nie, erzählt er. Es gebe derzeit auch keinen Sprachunterricht, die Zukunft sei ungewiss. Jeder wünsche sich dasselbe: "Nur raus hier!"

Warum die eine Frau auf die andere mit dem Messer losging, können die Ermittler noch nicht sagen.

Nachtrag: Die Ermittler gehen aufgrund der Sachlage davon aus, dass die Täterin nicht in Tötungsabsicht handelte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. Beide Frauen sind mittlerweile wieder zurück im Asylbewerberheim. Die Verletzte und ihre Angreiferin seien weiterhin Nachbarn, erzählt ein Bewohner. "Wir können alle nicht verstehen, dass sie nicht im Gefängnis bleiben muss und jetzt unter uns lebt", sagt er.

hud

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16:38
Freitag
23. April 2021
 
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KULTUR AM BILDSCHIRM
23.04. | Freitag
OPERNHAUS
Die unsichtbare Hand
 
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Schauspiel des New Yorker Autoren Ayad Akhtar in der Mediathek. Banker Nick wird zur Geisel einer islamistischen Splittergruppe und will sich seine 10 Millionen Euro Lösegeld selbst an der Börse verdienen. Bald gerät er in die Fesseln der allumfassendes Macht des Marktes. Regie: Heinz Oliver Karbus. 


12:00 Uhr | Eintritt frei
OPERNHAUS
Madama Butterfly
 
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Giacomo Puccinins weltberühmte Oper weltberühmte Oper erzählt die tragische Liebesgeschichte der Geisha Cio-Cio-San (Yitian Luan), die vom in Japan stationierten Offizier Pinkerton (Jeffrey Nardone) mit einem Kind sitzengelassen wird. Eine Geschichte nach wahren Begebenheiten.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
In einem Jahr mit 13 Monden
 
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Nach der Filmvorlage von Rainer Werner Fassbinder: Es ist wohl sein verzweifeltestes Werk, weil es aus einer persönlichen Erschütterung entstand, einer Art Selbstanklage. Er schuf es nach dem Selbstmord seines Lebensgefährten, von dem er sich getrennt hatte. Ein Mann, nicht schwul, der sich aus Liebe zu einem Mann zu einer Frau umwandeln lässt. Doch alles zerbricht.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Zauberflöte
 
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Die wohl bekannteste Oper von Wolfgang Amadeus Mozart aus dem Jahre 1791. Sie erzählt nach einer Geschichte des Straubingers Emanuel Schikaneder vom Prinzen Tamino, der sich in phantastischen Welten beweisen muss. Musikalisch verschmelzen hochdramatische Arien und volksliedhafte Gesänge.


12:00 Uhr | ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Fledermaus
 
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Verwechslungskomödie von Johann Strauß (1825–1899) um den leichtlebigen Gabriel von Eisenstein (Peter Tilch) und seine untreue Frau Rosalinde (Henrike Henoch). Gilt als Klassiker der Wiener Operettenära und zeigt eine dekadente Gesellschaft. Intendant Stefan Tilch verlegt das Stück ins Pandemiejahr 2020.


12:00 Uhr | Eintritt frei
OPERNHAUS
Urfaust
 
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Johann Wolfgang von Goethes Prosastück aus dem Jahr 1775. Eine Tragödie nach der Volkssage um Doktor Faustus. In den Hauptrollen: Ursula Erb als Mephisto sowie Julian Ricker als Faust. Regie: Peter Oberdorf.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Zofen
 
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Die Schwestern und Zofen Claire (Friederike Baldin) und Solange (Ella Schulz) spielen in der Abwesenheit ihrer Arbeitgeberin (Antonia Reidel) "Herrin und Dienerin". Nachdem der versuchte Mord der "gnädigen Frau" daneben geht, vergiftet die eine den Tee der anderen. Ein Schauspiel von Jean Genet (1910-1986). Regie: Markus Bartl.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro

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