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Nachrichten | Freitag, 17. September 21

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Minister Scheuer übergibt das millionschwere Papier an das Reeder-Ehepaar Florian und Margit Noé; als Vertreterin der Stadt war Bürgermeisterin Erika Träger dabei. (Foto: mediendenk)
Tourismus und Mobilität

Pionierstadt Passau: Dreiflüsserundfahrt wird elektrisch

Verkehrsminister Andreas Scheuer hat der Passauer Reederfamilie Noé einen Förderbescheid über 1.760.000 Euro überreicht. Mit 90 Prozent beteiligt sich das Bundesministerium an der Mobilitätswende auf dem Wasser: Dieselmotor und Dieseltank raus, Elektromotor und Batterien rein.

Ab Frühjahr 2022 soll, wenn alles planmäßig läuft, das kleinste der Dreiflüsserundfahrtschiffe, das Cabrioschiff MS Sunliner, elektrisch auf Donau und Inn unterwegs sein. Laut Scheuer eine Deutschlandpremiere. Die Kapazität der Batterien wird so auslegt, dass eine Ladung für einen Einsatztag, sieben Rundfahrten, reicht: 1.600 Kilowattstunden; entspricht der Energie von 160 Liter Diesel.

Vor vier Jahren hat die Dreiflüsserundfahrt-Reederfamilie Noé ihre Flotte um das Cabrioschiff ergänzt. Von Diesel- auf Elektromotor umzusteigen, stand damals schon zur Debatte. „Die Antriebskraft ist zu schwach gegen die Innströmung“, erklärte damals Florian Noé diesem Magazin.

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Die Vertreter der Lokalmedien waren lückenlos zum Pressetermin auf der MS Sunliner erschienen. Das Motiv: Andreas Scheuer, sein Förderbescheid für das erste deutsche E-Schiff und die Reederfamilie Noé. (Foto: mediendenk)
In diesen Tagen die überraschende Nachricht: Die MS Sunliner (45 Meter lang, 220 Passagiere) soll auf Elektro-Antrieb umgerüstet werden. Die Dreiflüsserundfahrten gibt es seit den 1930er Jahren. Mit diesem Beitrag zum Klimaschutz wäre Passauer Pionier. Die offizielle Übergabe des Förderbescheids fand heute vor den Kameras der Lokalmedien statt. Oberbürgermeister Jürgen Dupper ließ sich von Bürgermeisterin Erika Träger vertreten, denn er selbst ist heute anderweitig zur Mobiltätswende unterwegs. In Friedrichshafen lässt er sich elektrische Busse vorführen. Ein abgasefreier und leiser Citybus durch die Altstadt ist seit fünf Jahren im Gespräch.

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Das Cabrioschiff MS Sunliner, hier bei der Taufe 2017, wird als erstes Schiff der Flotte der Dreiflüsserundfahrt auf Elektroantrieb umgerüstet. Im Hintergrund: MS Sissi. (Foto: Tobias C. Köhler / Bürgerblick)
Auf dem Wasser wie zu Land sind batteriegetriebene E-Motoren umso sparsamer, je leichter die Gefährte sind. Der Schiffsbau steht vor einer neuen Herausforderung, denn je weniger Wasserverdrängung, desto schneller und länger kommt ein E-Schiff voran. Andreas Scheuer gab dem anwesenden Schiffsbauingenieur gleich eine weitere Aufgabe mit: Ließe sich die Fließgeschwindigkeit der Flüsse während der Fahrt oder an der Anlegestelle nutzen, die Batterien zu laden? "Rekuperation" nennt sich diese Technik beim E-Auto, Bremsmanöver gehen nicht zulasten der Bremsbacken, sondern erzeugen Strom, der in die Batterien zurückfließt.

Schiffsantriebe ohne Abgase gab es schon früher. Die Fährmänner nutzten die Kraft der Strömung. Ihre Boote pendelten mithilfe von Seilrolle und Seil, das über den Fluss gespannt war, von Ufer zu Ufer.

Die Passauer Reeder-Familie konnten bisher nur auf Dieselmotoren zurückgreifen, wie sie in Lkw eingebaut sind. Wenn die Rundfahrtschiffe den Inn hochstampfen, ist deren Brummen in ufernahen Siedlungen in den Häusern zu hören. Der E-Motor dürfte deutlich leiser sein.

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