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Nachrichten | Donnerstag, 16. Juli 20

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Passauer E-Tankstelle in Sperrwies eröffnet: Vizebürgermeister Andreas Rother im schwarzen Anzug, Betreiber Bernhard Wasner im weißen Kurzärmeligen und mit blauer Weste Harald Praml, lokaler Pionier für E-Ladetechnik. (PR-Foto: Jürgen Frömter)
Elektrische Mobilität

Von der Geburt der größten Passauer E-Tankstelle

Woher den Strom für die Elektromobilität der Zukunft nehmen?

Bauherren erzählen beispielsweise, dass das Netz der Stadtwerke zu schwach sei, um große Tiefgaragen mit E-Mobilstellplätzen auszurüsten. Ein Passauer Nutzfahrzeugebauer, der zunehmend auf E-Mobilität setzt, hat sich mit einem einfachen Kniff die notwendige Netzkapazität geschaffen.

Diese Woche eröffnete das Unternehmen nahe dem Gewerbegebiet Sperrwies den zweitgrößten E-Lade-Park im Passauer Land. 16 Ladepunkte zählt die E-Tankstelle nahe der Autobahnauffahrt Passau-Mitte.

„Die Nachfrage von mittelständischem Gewerbe nach E-Fahrzeugen nimmt stetig zu. Viele Unternehmer rüsten ihre Flotte aktuell von Verbrenner auf Elektro um“, wird Bernhard Wasner, Geschäftsführer des Lkw-Unternehmens, der Betreiber der E-Ladesäulen, in einer Pressemitteilung zitiert.

In der Vergangenheit hatte dieses alteingesessene Passauer Unternehmen die Klima- und Naturschützer eher erzürnt. Ein Stück Neuburger Wald wurde einst für Expansion und Umzug vom Stadtgebiet an die Autobahn gerodet; noch mehr Erdboden in freier Natur versiegelt, als auf den nördlichen Donauanhöhen bei Vilshofen ein neuer Zweigbetrieb aus dem Boden gestampft worden ist. Ausgerechnet ein Recycling-Unternehmer, der im Mittelpunkt eines Umweltskandals mit Giftteer stand, hatte die Aufschüttung des Geländes übernommen. Benachbarte Landwirte sorgten sich um die Entwässerung.

Jetzt zu den guten Nachrichten: 2018 gründete das Unternehmen, das normalerweise für PS-starke Verbrenner wirbt, am anderen Ufer in Vilshofen eine „grüne Tochter“, die sich ausschließlich auf elektrische betriebene Nutzfahrzeuge konzentriert.

  • Sie rüstet Nutzfahrzeuge von Diesel- auf E-Motor um, unter anderem die Flotte der Berliner Stadtreinigung.
     
  • Sie ging eine Kooperation mit dem Gründer der elektrischen Postautos ein, eine ehemaligen Eigenmarke der Deutschen Post; diese "Streetscooter" werden weiterentwickelt und nach den Wünschen von Kommunen oder Privatunternehmen individuell umgebaut.
     
  • Sie arbeitet mit dem Hersteller eines britischen Elektrokleinbusses zusammen. Dessen Produkt stand für Passau kurz zur Debatte: Der ehemalige Betreiber der Passauer Citybuslinie hatte im Sommer 2018 getestet, ob dieser E-Bus als Alternative für seine alten Diesel taugt.

So gesehen wird es regen Gesprächsstoff gegeben haben, als der Passauer Vizebürgermeister Andreas Rother zur Eröffnung der stärksten Passauer E-Tankstelle kam.

Der Rudertinger Unternehmer Harald Praml, der das E-Lade-Projekt geplant und umgesetzt hatte, stand im Mittelpunkt. Er betreibt mit 34 Ladepunkten an seinem Firmensitz im Landkreis Passau die größte E-Tankstelle der Region. Die Gebrüder Praml hatten zur Eröffnung ihres Aushängeschildes Verkehrsminister Andreas Scheuer geladen, um Überzeugungsarbeit zu leisten: weg von der Verbrennerlobby, hin zur E-Mobilität.

Die E-Tankstelle in Sperrwies war eine Herausforderung, denn – wie eingangs das erwähnte Problem bei Passauer Tiefgaragen – der vorhandene Netzanschluss der Stadtwerke hätte nicht ausgereicht, die nötige Stromstärke beizubringen. Praml und Wasner haben es gelöst, durch eine schlichte Sparmaßnahme. Sie rüsteten die Beleuchtung des Großbetriebes, er besteht aus LKW-Werkstätten, Autohaus und Tankstelle, komplett um auf LED-Technik. "55 Prozent Strom gespart, 48 Tonnen CO2 pro Jahr weniger", lautet die Bilanz in der Pressemitteilung.

Das lässt schließen, dass mit LED 50.000 bis 80.000 Kilowattstunden eingespart worden sind. Diese Strommenge reicht aus, um mit einem E-Auto im Stadtverkehr 400.000 bis 500.000 Kilometer zurückzulegen.

 

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