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Brennpunkt | Samstag, 02. Februar 19

Asylrecht

Passauer Abschiebekrimi um Flüchtlingsfamilie

Die Ausländerbehörde der Bezirksregierung Niederbayern hat im Fall einer syrischen Familie aus Passau, die nach Lettland abgeschoben werden soll, vollendete Tatsachen schaffen wollen. Es kam anders als erwartet.

Eine im dritten Monat schwangere Mutter und ihr sechsjähriger Sohn, die wegen Abschiebehaft vor zehn Tagen getrennt wurden, sind am Freitag überraschend zusammengeholt worden. Der Bub wurde aus einem Passauer Kinderheim, die Mutter vom Abschiebegefängnis in Eichstätt zum Flughafen München gebracht. Sie sollten am Abend nach Lettland ausgeflogen werden. Eine Aktion gegen ihren Willen.

In Passau lebt eine wichtige Bezugsperson, ihr studierender Bruder. Wegen ihm war die Flüchtlingsfamilie nach Passau gekommen. Der Vater hatte sich dem Zugriff, der Zwangsabschiebung entzogen, ist seitdem untergetaucht.

Dann am Flughafen die glückliche Wende für Mutter und Kind: Ein Arzt attestierte, dass die Schwangere, die eine Fehlgeburt hinter sich hat, nicht flugfähig sei. Sie ist offenbar körperlich und psychisch schwer angeschlagen: die nächtliche Polizeiaktion, die Trennung vom Kind, die Flucht ihres Mannes, die drohende Zwangsabschiebung.

Der überraschende Versuch der Ausländerbehörde, Mutter und Kind vor dem geplanten Termin Mitte Februar abzuschieben, ist wohl damit zu erklären, dass großer öffentlicher Druck entstanden ist. Die Medien berichten und eine Demo steht bevor: Am kommenden Mittwoch wollen in Passau Nachbarn, Freunde und Vertreter von Menschenrechtsorganisationen für die Familie auf die Straße gehen, ihr Bleiberecht einfordern.

Hier zu Hintergrund und Vorgeschichte.

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